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Unter Schreibtherapie kann jedes therapeutische oder selbstanalytische Verfahren verstanden werden, das durch Schreiben den subjektiven Zustand eines Menschen zu bessern versucht. Die Schreibtherapie zählt wie die Musik-, Mal- und Gestalttherapien zu den kreativen Therapien, die über Förderung der schöpferischen Potentiale, der Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit und der Einsicht in relevante lebensgeschichtliche Konflikte zur Heilung und Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Sie nimmt unter den kreativen Therapien eine besondere Stellung ein, weil sie mittels der Sprache auf eines der ältesten therapeutischen Medien zurückgreift. Schreiben hat, durch den Aspekt der Selbsterforschung und Selbsterkenntnis immer auch therapeutischen beziehungsweise selbsttherapeutischen Charakter und birgt, sowohl im Prozess als auch als Vorgang selbst, eine gewisse Nachhaltigkeit. Obwohl sich die Psychotherapie als sprechende Therapie versteht, ist die Beschäftigung mit der Heilkraft der Schrift im deutschsprachigen Raum noch in den Randbereichen zu suchen.

Wird das Schreiben als Mittel zur Selbsterforschung und Selbstreflexion eingesetzt, ist von Schreibtherapie die Rede. In Seminaren wird der Versuch unternommen, sich mittels Sprache auf den Weg zu sich selbst zu begeben. Durch das Schreiben wird ein therapeutischer Prozess in Gang gebracht, der mit therapeutischen Gesprächen begleitet wird.

Der Prozess des Schreibens unterliegt ähnlichen Gesetzmäßigkeiten wie der Kreativitätsprozess schlechthin. Man kann verschiedene Phasen unterscheiden, die unterschiedlich viel Zeit beanspruchen und nicht immer in derselben Reihenfolge ablaufen, deren Beobachtung aber Anhaltspunkte dafür liefert, was während des Schreibprozesses passiert.

Die Bezeichnung der Phasen im Schreibprozess stimmt mit denen in der Kreativitätsforschung gebräuchlichen weitgehend überein. Im kreativen wie im therapeutischen Schreiben sammelt der Schreibende in einer so genannten Inspirationsphase zunächst Informationen, die entweder aus der eigenen Seele oder aus der Umwelt stammen, und notiert diese oder behält sie im Gedächtnis.

Im Prinzip steht die Möglichkeit der Schreibtherapie jedem Menschen offen, der aus Buchstaben Wörter bilden kann, die Grundregeln des Satzbaus beherrscht, in der Lage ist, einen Brief zu schreiben oder sich Notizen zu machen, sprechen kann und versteht, was andere sagen. Es bedarf keiner besonderen literarischen Fähigkeiten und keiner speziellen Grammatikkenntnisse; vielmehr ist in jedem Menschen ein sprachliches Ausdrucksvermögen vorhanden, das es ermöglicht, Gedanken und Gefühle in Worten auszudrücken.

Der Anwendungsbereich der Schreibtherapie erstreckt sich von psychiatrischen, neurotischen und somatischen Krankheiten über Krisen in belastenden Lebenssituationen bis zur Vorbeugung und Psychohygiene.